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Vorausschauend fahren

Letztens auf der Autobahn, nein über der Autobahn: ein riesiges Banner. Man muss den Blick heben, um es zu lesen. Darauf steht

Vorausschauend fahren
= Sicherheit

Autobahn

Autobahn

Ich war Gott sei Dank Beifahrerin, denn sonst wäre ich beim Entziffern des komplizierten ersten Wortes garantiert in das Auto vor mir geknallt.

Vorausschauend fahren
= Blick auf der Fahrbahn behalten

Aktion: Blogger schenken Lesefreude

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Der Welttag des Buches – war vorgestern. Aber für mich ist eigentlich jeden Tag Büchertag, deshalb mache ich auch zwei Tage später noch bei dieser tollen Aktion mit und verlose hier im Blog ein Buch.

Beim Blick über mein Bücherregal war schnell klar, welches es werden würde: „Das Glück geht aus“ von Sonja Heiss.
Ich bin keine großartige Kurzgeschichtenleserin, aber diesen Band habe ich in einem Rutsch gelesen. Tolle Storys, die sich unauffällig anschleichen und dann nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Hätte ich nur ein Exemplar, würde ich es wohl nicht hergeben. Doch ich habe das Buch zum letzten Geburtstag doppelt bekommen, sodass eine funkelnagelneue Ausgabe auf die Gewinnerin oder den Gewinner wartet. Wer bis zum 30. April hier kommentiert, nimmt an der Verlosung teil. Ich freu mich drauf. 🙂

 

Das Internat hat viele Seiten

Gleich zwei Schmankerln sind mir heute beim Lektorieren begegnet:

Das erste:

„Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internatseite.“

Ja, manchmal kommt einem das Internet wirklich wie ein riesiges Internat voller ausgeflippter junger Leute vor.

Das zweite:

„Da fragt man am besten die Industrie- und Handlungskammer.“

Wenn ich das nächste Mal so richtig phlegmatisch bin, wende ich mich an die Handlungskammer.

textschliff ist (noch) mehr als die Summe seiner Teile

L ektorieren und Lesen lieben
E rbsen zählen und Fehler entdecken
K ommunizieren und kreativ sein
T ippen und texten
O ptimieren und organisieren
R edigieren und realisieren
A kquirieren und aufmerksam machen
T elefonieren und tangieren

T atkräftig
E nergisch
X tra gut
T ypisch? Nein,
S peziell!
C hamäleon — mal Fehler-Polizei, mal Text-Juwelierin
H ochkonzentriert
L iebe zum Beruf
I mmer auf der Suche nach der besten Formulierung
F rei im Kopf für
F rische Ideen und glänzende Einfälle

Gianluca Falanga, „Italien in Berlin“ – Eine Lesung der besonderen Art

Klingt spannend: Ein italienischer Autor schreibt ein Buch über die Einflüsse Italiens auf Berlin im Laufe von fünf Jahrhunderten.

Im Italienischen Kulturinstitut soll er lesen, nur angemeldete Gäste werden empfangen, anschließend wird es noch einen kleinen Umtrunk geben. Man kann also von einem angenehmen Abend ausgehen.

Die Einführungsrede beginnt pünktlich, das Mikro ist zu leise geschaltet, man versteht die Frau kaum. Es geht zu wie im Taubenschlag, während der gesamten Lesung kommen Gäste herein, unterhalten sich, rücken Stühle.
Erst im Mittelteil kehrt etwas Ruhe ein, endlich kann man dem Autor zuhören, obwohl das Mikro so leise ist.

Gegen Ende eröffnet sein Lektor die Fragerunde. Schlagartig stehen Leute auf, verlassen den Raum, andere beginnen zu reden — wen interessiert eigentlich der Autor?
Während jemand eine weitere Frage stellt, klatscht ein anderer und leitet damit das vorzeitige Ende ein. Der Cheflektor gibt sich geschlagen, spricht abschließende Worte und entlässt das Publikum, das bereits dem Ausgang entgegenströmt.

Schnell wird klar, wohin die Leute so plötzlich wollten: An der Weinbar stehen sie geduldig Schlange …
Unglaublich, dass erwachsene Menschen, die sich extra für diesen Abend angemeldet haben, es nicht schaffen, anderthalb Stunden so geduldig auch zuzuhören.

Leider ging dadurch unter, dass Falanga ein faktenreiches Buch geschrieben hat, gespickt mit interessanten und amüsanten Anekdoten. Die Geschichte der Tänzerin Barberina zum Beispiel, die Friedrich der Große aus Italien rauben ließ, um sie in der Berliner Oper tanzen zu sehen.

Dem Autor wäre ein aufmerksameres Publikum zu wünschen gewesen. Hoffentlich findet er es bei den nächsten Lesungen. Dort sollte am besten kein Wein angeboten werden.

Typische Berufskleidung einer Lektorin?

Irgendwann scheine ich es übertrieben zu haben. Das Lesen von morgens bis abends am Bildschirm meines Notebooks führte zu Augenflimmern, verwaschenen Buchstaben nicht nur am Monitor, sondern auch in der Zeitung oder im Buch sowie zu permantenter Augentrockenheit.

Also ab zum Augenarzt. Das erste Mal seit dem Sehtest für den Führerschein. Ich, die sich immer gerühmt hatte, über 100 % Sehkraft zu verfügen, erkannte plötzlich nicht mehr alle Buchstaben und Zahlen an der Wand. Oh weh, eine Brille tat not.

Freunde, denen ich das Rezept mit den Werten zeigte, lachten sich zwar kaputt, weil das ja „fast nichts“ sei, aber für mich war’s der Untergang des Abendlandes.

„Aber du bist doch Lektorin, dann siehst du auch endlich wie eine aus“, tröstete mich so mancher.
Besonders toll fühlte ich mich trotzdem nicht, wenn ich in Optikerläden spazierte, „Ich brauche eine Brille“ sagte und dann diese wissenden, ein wenig mitleidigen Antworten kamen:

„Die Erste? Ach, das ist immer die Schwierigste.“

Zeitgleich mit der Brillensuche schloss ich meinen alten Röhrenmonitor ans Notebook. Plötzlich war die Schrift wieder klar, waren die Augen nicht mehr trocken. Nach einer wochenlangen Odyssee durch alle Brillengeschäfte Berlins hatte ich mich dann endlich für ein Modell entschieden. Ganz schön teuer, aber es sollte ja meine Berufskleidung sein.

Nun habe ich seit einer Weile die Brille und brauche sie überhaupt nicht. Monitorlesen geht prima, Bücher und Zeitungen lassen sich lesen wie immer, nichts flimmert oder verschwimmt.

Meine Lektorinnen-Legitimation liegt in ihrem Etui einsatzbereit auf dem Schreibtisch – ich hoffe, dass man mir auch ohne sie auf der Nase glaubt, was ich beruflich mache. Im schlimmsten Fall kann ich ja immer noch so tun, als trüge ich Kontaktlinsen …