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textschliff goes Social Media

In den letzten Monaten war es sehr ruhig im textschliff-Blog. Der Grund für meine Abstinenz: eine Weiterbildung zur Social-Media-Redakteurin.

Social-Media-BegriffeVollzeit die Schulbank drücken und parallel an Projekten arbeiten – das war teilweise ein rechter Kraftakt. Doch der hat sich mehr als gelohnt. Ich habe ich mich ins Online-Marketing vertieft, mit Social-Media-Management sowie Community-Management beschäftigt und Content, den King des Marketings, produziert, wo ich nur konnte. Zusammen mit einer Kommilitonin habe ich ein fiktives Online-Gartenportal entwickelt, Marketing- und Social-Media-Strategien erstellt, Kampagnen entworfen und das Ganze mit Inhalten (Content) befüllt. Am Schluss war dieses fiktive Projekt so durchdacht und lebendig, dass wir direkt hätten loslegen können.

Loslegen werde ich jetzt wieder hier im textschliff-Blog, auf meinem Twitter-Profil @StephanieEsser

Twitter Profil-Header SE
und in meinem Urban-Gardening-Blog muss noch gießen. Hier schreibe ich seit Anfang 2014 über meine Erlebnisse im Schrebergarten. Kommentar einer Leserin: „Köstlich, unterhaltsam und seeehr individuell“.
Begleitend bin ich auf Twitter als @mussnochgiessen unterwegs.

Header des Twitterprofils @mussnochgiessen
In Zukunft werde ich im textschliff-Blog also neben den Themen rund um Texten und Lektorat/Redaktion auch auf Online- und Social-Media-Themen und auf das Bloggen eingehen. Ich freue mich schon auf meinen erweiterten Themen-Mix.

 

 

 

Blogwichtelbeitrag zum NaNoWriMo

Was für ein schönes Neujahrsgeschenk für mein Blog: Im Rahmen der Texttreff-Blogwichtel-Aktion hat mir Nina Bodenlosz einen Beitrag über den NaNoWriMo geschenkt.
Blogwichteln? NaNoWriMo?
Nun, im besten Netzwerk der Welt bewichtelt man sich zu Weihnachten mit Blogbeiträgen. Jede, die an der Aktion teilnimmt, wird einem Blog zugelost, für das sie etwas schreibt, und bekommt dafür von einer anderen Bloggerin einen Beitrag geschenkt. Da wir alle viel zu tun haben, wichteln wir bis in den Januar hinein.
Was es mit dem NaNoWriMo auf sich hat und was er für sie bedeutet, erzählt Nina Bodenlosz in ihrem Gastbeitrag:

blattklein

Warum ich den November liebe

Im November hat Schreiben die höchste Priorität. Im Alltag schiebt sich anderes in den Vordergrund, das dringlich, unaufschiebbar und notwendig scheint. Schreiben, vor allem das Schreiben an sich und für mich, fristet oft ein Nischendasein und findet spätnachts statt, wenn mir schon die Augen zufallen. Doch nicht im November. Dann nehme ich meine jährliche Schreibkur, nach der ich wieder weiß, wer ich bin und was mir wichtig ist.

Warum ausgerechnet im November? Weil dann Hundertausende auf der ganzen Welt mit mir schreiben. Im November ist „National Novel Writing Month“ – wer mitmacht, schreibt in dreißig Tagen einen Roman mit mindestens fünfzigtausend Wörtern.

Warum machen wir das? Weil wir einen Roman schreiben wollen. Es gibt keinen anderen Grund. Am Ende des Monats habe ich einen Entwurf geschrieben, eine Geschichte, die einen Anfang und ein Ende hat und vielleicht eines Tages nach vielen Stunden Überarbeitung mit Genuss gelesen werden kann. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und nicht jeder NaNoWriMo-Roman wird ihn gehen.

Ist die viele Arbeit im November dann nicht umsonst gewesen? Einen Roman zu schreiben ist niemals vergeblich. Mit jedem Wort gehe ich weiter auf meinem Weg als Autorin. Das Schreiben eines Romans ist eine komplexe Kunst, die viele Jahre der Übung erfordert und sich eben durch Schreiben weiterentwickelt.

Außerdem kann Schreiben zwar die Hölle sein, aber wer jemals im Flow, im Fluss, geschrieben hat, weiß, dass das eine einzigartige Erfahrung ist. Im Flow vergesse ich die Zeit, meine Zweifel und Unsicherheit, ich bin eins mit meinem Tun und mir gewiss, das Richtige und Wichtige zu tun. Im Flow schreibe ich nicht, um ein Ergebnis zu erzielen oder anerkannt zu werden; im Flow schreibe ich, um zu schreiben. Das ist für mich die Bedeutung von Kunst.

Könnte ich das nicht auch ohne Regeln haben? Natürlich könnte ich jeden Tag im Flow schreiben, aber ich kann es nicht. Zu oft haben meine Zweifel Oberhand. Besonders hindern mich meine Perfektionsansprüche; wenn ich nicht gut schreibe, sollte ich es sein lassen, sage ich mir. Doch was heißt „gut schreiben“? Woher weiß ich, was gut ist? Kann ich das während des Prozesses überhaupt erkennen? Im Labyrinth der Selbstkritik reibt sich mein Schreiben auf.

Mir wurde beigebracht, dass Schreiben ein mühevoller Prozess zu sein hat. Kunst muss harte Arbeit sein, man muss leiden, sich quälen, vielleicht zu viel trinken, eine Egomanin sein und früh sterben. Und eigentlich müsste ich ein Genie sein, dem perfekte Texte von einer höheren Instanz eingegeben werden. Sonst hat das alles keinen Wert.

Gegen solche Gedanken hilft der National Novel Writing Month. Das Schreiben eines Romans wird zum Spiel, Qualität ausgeklammert. Wort folgt auf Wort, bis am Ende des Monats ein Roman entstanden ist. Jeder kann es tun. Um fünfzigtausend Wörter in einem Monat zu schaffen, muss man regelmäßig und zügig schreiben. Überhöhte Ansprüche werden für einen Monat zurückgestellt.

Und was entsteht bei einem so „anspruchslosen“ Schreibprozess? Wunderbare Ideen, die ohne stures Weiterschreiben nie geboren worden wären. Ich muss Pläne über den Haufen werfen und die Kontrolle aufgeben. Das Ergebnis sind überraschende Wendungen und widerspenstige, komplexe Figuren. Bestimmt kein fertiger, perfekter Text, aber das Herz und die Seele eines Romans. Am Ende des Monats November habe ich dreißig Tage im Universum meiner Kreativität verbracht und bin erschöpft, aber glücklich. Es ist eine Expedition in ein fremdes, inneres Land, die mich verändert. In mir schlummern meine Novemberromane, so lebendig, als hätte ich weite Reisen gemacht und faszinierende Menschen kennengelernt. Das ist ein Schatz, der mich bereichert. Ich wachse mit jedem November als Autorin und als Mensch. Ich freue mich auf den November 2015 und lade alle ein, mit auf die Reise zu kommen!

blattkleinInformationen zum National Novel Writing Month gibt es unter: http://www.nanowrimo.org.

Nina Bodenlosz wohnt in Berlin-Neukölln. Sie schreibt Romane, Erzählungen und kurze Texte, die sie im Bodenlosz-Archiv in die Welt fliegen lässt.

LiebsterAward – mein Blog wurde nominiert

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Das textschliff-Blog wurde für den LiebsterAward nominiert. Eine Initiative, um Blogs bekannter zu machen. Das Prozedere: Man nominiert 10 Blogs und stellt 11 Fragen.
Nominiert hat mich meine Netzwerkpartnerin Henrike Dörr in ihrem Blog Outdoortraum. Vielen Dank dafür :-). Sehr gern beantworte ich ihre 11 Fragen. Danach gibt es dann meine Nominierungen und Fragen.

1. Warum bloggst du?
Als ich 2007 meine Website machen ließ, hat mir die Programmiererin einfach ein Blog mit angehängt. Obwohl ich eigentlich keins wollte. Aber ich habe dann schnell gemerkt, dass das Blog eine Möglichkeit ist, mich und meine Themen zu zeigen. Ich bin nicht die eifrigste Bloggerin, aber mindestens einmal im Monat schreibe ich etwas. Über Sprache und über alles, was mich als freiberufliche Textfrau interessiert und betrifft.

2. Wie bist du auf dein Thema gekommen?
Mein Thema ist Textschliff und alles, was (im weitesten Sinne) damit zu tun hat. Das lag natürlich nahe.

3. Ist es dir wichtig, viele Leser zu finden?
Die Anzahl der Leser ist mir nicht so wichtig. Das Blog soll Menschen, die sich für meine Dienstleistung interessieren, zeigen, wer und was sich hinter textschliff verbirgt.

4. Bloggst du strategisch?
Überhaupt nicht. Die einzige Vorgabe: mindestens ein Blogpost im Monat.

5. Liest du selbst Blogs? Welche?
Blogs mit beruflichen Themen lese ich vor allem, wenn ich auf interessante Artikel aufmerksam gemacht werde. Meist geschieht das über mein Text-Netzwerk und über Twitter. Momentan stöbere ich gern in Gartenblogs, weil ich mit meiner Familie seit Anfang des Jahres einen Schrebergarten habe. Hier gibt es für mich noch sehr viel zu lernen.

6. Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?
Ich bin die klassische Leseratte. Mit einem Buch, einer Kanne Tee und viel Zeit auf dem Sofa zu sitzen, ist für mich der Inbegriff von Entspannung. Seit wir einen Schrebergarten haben, bin ich auch oft draußen. Ich habe meine Begeisterung fürs Unkrautjäten entdeckt – kommt dem Korrektorat sehr nahe, wenn ich es mir genauer überlege. 😉

7. Welche Menschen inspirieren dich? Warum?
Mich inspirieren Menschen, die es neben den alltäglichen Verpflichtungen schaffen, zu schreiben. Ich nehme mir immer wieder ein Beispiel an vollzeit berufstätigen Romanautor_innen und versuche zu schreiben, wann immer es zeitlich passt.

8. Welche Rolle spielt Natur für dich?
Siehe Frage Nr. 6. Natur ist wunderbar, ich komme allerdings auch längere Zeit ohne viel davon aus. Durch den Garten merke ich aber immer mehr, wie erholsam es ist, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen.

9. Wenn du dich entscheiden müsstest: Berg oder Meer?
Definitiv Meer! Ich liebe lange Strandspaziergänge und könnte stundenlang auf Wellen und Horizont schauen.

10. Wie sieht deine Traumreise aus?
Ich bin von Sternzeichen Schütze, denen man eine große Reiselust nachsagt. Nun ja, das wäre vielleicht ein Argument, dass das mit den Sternzeichen doch nicht so stimmt. Ich verreise zwar hin und wieder, aber wenn ich nicht dazu komme, ist es auch nicht weiter schlimm. Koffer zu packen ist nämlich nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Meine Traumreise könnte eine sein, bei der mein Koffer mit allem, was ich brauche, fertig gepackt im Flur steht und ich nur noch einzusteigen brauche, um dann Sonne, Meer und Entspannung zu genießen. Das muss nicht in weiter Ferne sein – die Ostsee tut’s auch.

11. Würdest du deinen Job an den Nagel hängen, wenn du könntest?
Da ich seit meiner Kindheit gerne lese und schreibe, habe ich mit meinem Job als Lektorin und Texterin meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Wenn ich könnte, würde ich mir mehr Zeit fürs Romanschreiben nehmen. Aber das ist ja auch nur eine weitere Facette meines Jobs.

Und hiermit nominiere ich
Birte Vogel von Schreiben als Beruf
Johanna Prinz von Hallimasch und Mollymauk
Ina Baumbach von Textverfassung
Die Fernsehfreundin
Simone Harland von Geboren in den Sechzigern
Christoph Marx von Marx bloggt
Nataša Rupert-Herlth von der Textcouch
Martina Schäfer von FINIS Kommunikation
Daniela Puchers Blog
Dominique Hensel vom Planet Wedding

Ich freue mich über eure Antworten auf die folgenden 11 Fragen:
Was ist das Thema deines Blogs und wie bist du darauf gekommen?
Welche Stationen durchläuft bei dir ein Beitrag von der Idee bis zum fertigen Artikel?
Wo holst du dir Inspiration für deine Blogbeiträge?
Was machst du, wenn dir mal nichts einfällt?
Wenn du Zeit für ein weiteres Blog hättest: Worüber würdest du gerne noch bloggen?
Welches Buch liegt momentan auf deinem Nachttisch?
Und liegt vielleicht ein Manuskript in der Schreibtischschublade?
Was ist dein Ausgleich zur Schreibtischarbeit?
Gibt es ein Motto, das dich in deinem Leben begleitet?
Hast du einen Plan B?
Und zum Schluss die Gretchenfrage: klassisches Buch oder E-Reader?

So viele Lieblingsbücher

Die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ ist abgeschlossen, zwanzig Menschen interessierten sich für „Das Buch des Vaters“. Um es zu gewinnen, haben sie ihr momentanes Lieblingsbuch genannt, was einigen nicht leicht fiel. Es ist ja auch schwierig, sich festzulegen, wenn es so viele gute und unterschiedliche Bücher gibt. Das Spektrum der genannten Titel ist dementsprechend weit:

    • „Das alte Jahrhundert“, Peter Kurzeck
    • „Der Meister und Margarita“, Michail Bulgakow
    • „Zwei an einem Tag“, David Nicholls
    • „Vom Leben und Schreiben“, Stephen King
    • „Die Kunst des Feldspiels“, Chad Harbach
    • „Jeden Tag, jede Stunde“, Nataša Dragnić
    • „Open City“, Teju Cole
    • „Die Stadt der träumenden Bücher“, Walter Moers
    • „Rückkehr nach Somerton Court“, Leila Rasheed
    • „Games Of Thrones“-Reihe, George R. R. Martin
    • Gerade bin ich ganz in „Educating Rita“ vertieft, aber meine liebsten Bücher sind von Diana Gabaldon
    • „Arbeit und Struktur“, Wolfgang Herrndorf
    • „Sehnsucht nach Mill River“, Darcie Chan
    • „Tintenherz“, Cornelia Funke
    • „1Q84“, Haruki Murakami
    • „In meinem Himmel“, Alice Sebold
    • „Das große Los“, Meike Winnemuth
    • „Der Name des Windes“, Patrick Rothfuss

Einige Titel habe ich bereits gelesen, aber viele der Lieblingsbücher kenne ich noch nicht. Eine schöne Gelegenheit, das nachzuholen.

Vor lauter Freude über die vielen Buchtipps soll aber die Verlosung nicht vergessen werden. Wer bis gestern kommentiert hat, durfte teilnehmen. Damit es fair und anonym zugeht, habe ich nicht die Namen auf die Loszettel geschrieben, sondern die Uhrzeiten, an denen die jeweiligen Kommentare gepostet wurden: 20:44 Uhr hat das Rennen gemacht.
Freuen darf sich Steffen von Kunst Blog Buch – herzlichen Glückwunsch. „Das Buch des Vaters“ geht bald auf die Reise.

Blogger schenken Lesefreude – Das Buch des Vaters

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Dieses Jahr nehme ich wieder an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil. (Diesmal pünktlich) zum Welttag des Buches verlose ich „Das Buch des Vaters“ von Urs Widmer:
„Er liebt alles, was lebt: Freunde, Frauen, Feste. Am meisten aber die Bücher. Das Buch des Vaters ist die Aufzeichnung eines leidenschaftlichen Lebens, von der Liebe zur Literatur bestimmt (…)“

Wer den Roman des kürzlich verstorbenen Schweizer Autoren gewinnen möchte, braucht nur bis zum 4. Mai einen Kommentar zu schreiben und folgende Frage zu beantworten: Welches Buch lieben Sie momentan am meisten?
Unter allen Kommentaren werde ich dann die Gewinnerin oder den Gewinner auslosen. Ich wünsche allen viel Erfolg und immer wieder Lesefreude!

Urs Widmer schenkt Lesefreude

Vorgestern ist Urs Widmer gestorben, einer der großen deutschsprachigen Autoren. Zum ersten Mal in Berührung gekommen bin ich mit ihm während meines Germanistikstudiums, wir lasen „Der blaue Siphon“, eine märchenhafte Erzählung, in der der Erzähler in seine Vergangenheit reist.
Einige Jahre später habe ich Herrn Widmer dann sogar persönlich kennengelernt – während meiner Zeit im Lektorat des Diogenes Verlags. Ein reizender, höflicher und gänzlich uneitler Mensch, mit dem es angenehm war zu kommunizieren.
Sein Tod macht mich traurig, doch ist es Zufall, dass ich mich vor Wochen bei der Anmeldung zur diesjährigen Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ für eines seiner Bücher entschieden habe?
Am 23. April ist wieder Welttag des Buches, und im Rahmen der Blogger-Aktion verlose ich seinen Roman „Das Buch des Vaters“. Wie schön, dass dadurch vielleicht jemand die Gelegenheit erhält, sein Werk kennenzulernen.
Hiermit lade ich euch alle herzlich ein, ab dem 23. April im textschliff-Blog vorbeizuschauen und zu kommentieren.

Wer wissen möchte, welche Blogs teilnehmen und welche Bücher es zu gewinnen gibt, klicke hier. (Mein Eintrag ist die Nr. 143.)

Meine Stadt von A bis Z – Berlin

Ich liebe Buchstaben, und ich liebe die Stadt, in der ich lebe. Da kommt die Blogparade von Birgit Ebbert gerade richtig: Meine Stadt von A bis Z.
Voilà, hier ist mein höchstpersönliches Berlin-ABC:

A wie anstehen für Berlinale-Karten
B wie BVG
C wie Chamäleon-Varieté
D wie Doppeldeckerbus fahren
E wie echt kalte Winter
F wie Fahrrad fahren
G wie Gendarmenmarkt
H wie Humboldthain
I wie Invalidenfriedhof
J wie Jüdisches Museum
K wie Kiezkantine
L wie Losbude im Tierpark Friedrichsfelde
M wie Möhrenkuchen in der Tortenwerkstatt
N wie Nordbahnhof
O wie Oderberger Straße
P wie Prenzlkasper
Q wie Quarkkeulchen im Strandbad Müggelsee
R wie Rummelsburger Bucht
S wie S-Bahn fahren
T wie Tram fahren
U wie U-Bahn fahren
V wie Veteranenstraße
W wie wohnen im wilden Wedding
X wie X-Berg
Y wie Straße Y*
Z wie Zeiss-Großplanetarium

* Da ich kein Yoga mache, musste ich hier schummeln: Die Straße Y kenne ich nur aus dem Stadtplan.

Als Poosie mir Europa zeigte

Jetzt steht er online, mein Gastbeitrag im Rahmen der Blogwichtelaktion des Texttreffs: „Als Poosie mir Europa zeigte“. Es geht um ein Kinderbuch aus den 1950er-Jahren, in dem eine kleine Amerikanerin Europas Sprachen, Länder, Währungen und Fortbewegungsmittel entdeckt und das die Lust aufs Reisen in mir weckte.
Bitte hier entlang in Annette Lindstädts rumreiserei.

Gags schreiben – aber wie?

Im Texttreff wird wieder gewichtelt. Jede Bloggerin schreibt einen Beitrag für ein Blog und bekommt von einer anderen Bloggerin einen zurück. Dieses Jahr wurde mein Blog von der fernsehfreundin aus Hamburg bewichtelt, bei der nichts ohne TV geht: Ihr Herz schlägt für neue Serien und Shows. Seit vier Jahren bloggt sie über ihre Beobachtungen zwischen Tatort und Tor des Monats.
In ihrem Gastbeitrag berichtet sie, wie sie zur Gagschreiberin wurde und wie ihre Gags entstehen.

Komisch, komisch: Gags schreiben – aber wie?

„Hallo zusammen, hier sind wieder die Themen der Woche.“ Ich überfliege die E-Mail und erstarre. DAS sollen die neuen Themen sein? Dazu soll mir etwas Lustiges einfallen? Es ist der Moment, in dem ich gern jemanden an den Schultern packen und „Vergiss es!“ rufen würde. Nie im Leben werde ich dazu Ideen haben! Ich werfe auf der Stelle die Brocken hin! Lieber grabe ich den Garten um – und das, obwohl ich nicht einmal einen habe. Ich fluche vor mich hin wie Rumpelstilzchen.

Herzlich willkommen im ganz normalen Wahnsinn des satirischen Schreibens. Denn so geht es mir seit ein paar Wochen jeden Montag: seit ich Teil des Autorenpools einer TV-Satire-Show bin. Welche das ist, soll jetzt keine Rolle spielen. Wie bin ich da hineingeraten? Ausprobieren wollte ich es schon lange. Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich – zumal als Frau – den Fuß in diese Tür kriegen sollte. Comedy-Autoren werden nicht einfach so gesucht. Sie werden gefunden, und die meisten sind männlich.

Doch der Zufall ist manchmal ein netter kleiner Kerl. Eines Tages sah ich auf Twitter eine Ausschreibung für ein Casting: „Autoren gesucht – gern unerfahren.“ Schnell hingemailt! Prompt bekam ich einen Bogen mit zehn Fragen, zu denen ich mir Lustiges ausdenken sollte. Nach einer kurzen Mini-Panik hab ich‘s einfach getan. Zwei Stunden Zeit hatte ich dafür. Neben meiner Schwiegermutter auf dem Sofa sitzend, kicherte ich mich durch die Aufgaben. Hin und wieder warf sie mir einen besorgten Blick zu. Ich schickte das Zeug ab und dachte: Von denen höre ich nie wieder etwas. Falsch gedacht! Zwei Wochen später klingelte das Telefon und man lud mich ein, den Moderator der Show kennenzulernen. Ein sehr kluger und zugleich sehr netter Mensch, übrigens.

Oneliner: Mach’s kurz!
Mittlerweile läuft die Show-Maschine schon eine ganze Weile. Jede Woche montags bekommen alle Autoren aus dem Pool, in dem mindestens zwei Dutzend Texter sitzen, ungefähr fünf Themen aus dem tagesaktuellen Geschehen. Dazu schreiben wir so genannte Oneliner: Gags, die im besten Fall aus nur einem Satz bestehen. Und wer selbst schreibt weiß: kurz zu texten oft das Schwerste. Aber Handwerk und Routine helfen.

Pointen schreiben ist verdammt noch mal harte Arbeit. So wie man sich vor dem Sport aufwärmt, muss man sich erst einmal warm schreiben: Masse produzieren – und dann aussortieren. John Vorhaus (http://redroom.com/member/john-vorhaus/blog), Autor des Klassikers „The Comic Toolbox – How to be funny even if you’re not“ empfiehlt, für einen guten Gag zehn Gags zu schreiben. Neunmal verliert man, einmal gewinnt man. Also ran und einfach machen. Ich schnappe mir das erste Thema und spiele damit erst einmal herum. Nehmen wir an, es ginge um den 65. Geburtstag von Prinz Charles. Welche Assoziationen habe ich dazu? Ich schreibe alles, wirklich alles auf, was mir dazu in den Kopf kommt, und sei es noch so skurril und abwegig. Kleidung. Ohren. Hobbies. Mit wem umgibt er sich? Was sagt seine Mutter über ihn? Was ist ansonsten typisch Prinz, typisch englisch? Ich sammele eine Masse von Begriffen.

Auch an die Resteverwertung denken: Kein Gag ist verschenkt
Dann formuliere ich Fragen. Wer kommt alles zu Charles‘ Geburtstag? Wo wird gefeiert? Wer gratuliert ihm wie? Was hat er sich gewünscht? Was auf keinen Fall? Wer schenkt ihm vielleicht sogar nichts? Ist die Queen nicht viel zu geizig für ein Geschenk? Was bekommt er stattdessen? Und schon bin ich mittendrin. Begriffe aus meiner Assoziationswolke ergeben plötzlich skurrile Antworten auf die Fragen. Schenkt ihm die Queen vielleicht eine ganz lieb gemeinte Tüte Fish’n‘Chips vom Vortag? Ich notiere alles, hier kommt nichts weg. Überhaupt ist nichts umsonst geschrieben. Wer weiß, wofür man einen nicht gesendeten Gag eines Tages noch verwenden kann?

Komisch zu schreiben ist auch ein Schreiben gegen die eigene Angst. Den fiesen inneren Kritiker-Drachen zu besiegen ist immer wieder ein wüster Kampf. Und: Die Political Correctness muss leider draußen bleiben. Neulich unterhielt ich mich mit einem Taxifahrer darüber. Ein Iraner, der Literatur studiert hatte und immer mit einem Haufen Büchern im Taxi herumfährt, damit er in den Pausen lesen kann. „Das Komische braucht den Tabubruch“, bemerkte er weise. „Männer schreiben, als würde ihnen die ganze Welt gehören. Schreiben Sie wie ein Mann!“ Er hat ja so Recht. Das brave Mädchen, die gute Erziehung, das Verantwortungsbewusstsein: Das alles kann beim Gagschreiben sehr im Weg stehen. Ebenso die Angst, dass jemand dich nicht lustig genug findet und du dich als langweiliger Spießer blamierst.

Sacken lassen, polieren, raus damit
Nach zwei Stunden Gag-Basteln merke ich: Es kommt nicht mehr viel. Dann lasse ich die Sache ruhen und mache etwas ganz anderes. Während ich die Kinder abhole, überfallen mich oft plötzlich noch mehr Ideen. Ich schreibe alles auf. Und ganz wichtig: Ich schlafe eine Nacht drüber. Oft fällt mir morgens nach dem Aufstehen ein guter Gag aus dem Gehirn. In einer zweiten Runde poliere ich die Pointen nach. Geht es irgendwo noch kürzer? Kann ich es weiter auf die Spitze treiben? Es lohnt sich, noch einmal konzentriert darüber nachzudenken. John Cleese beschreibt in seinem Vortrag über Kreativität (http://youtu.be/ijtQP9nwrQA) sehr schön, dass sie Zeit braucht und man manchmal geneigt ist, sich in die erste Idee zu verlieben. Oft ist aber erst die dritte Fassung die beste.

Und doch muss man irgendwann loslassen. Es gibt eine Deadline, die Sendung muss vorbereitet werden. Die Chefautoren treffen aus allen eingesendeten Gags eine Auswahl, daraus nimmt der Moderator maximal fünf mit in die Sendung. Die Chance, es auch wirklich in die Show zu schaffen, ist klein. Ob es geklappt hat erfährt man erst, wenn die Sendung läuft. Der Moderator setzt zum ersten Gag an. Gänsehaut: Es ist einer von meinen! Das Publikum giggelt. Ich entspanne mich. Nichts ist schwerer als komisch zu schreiben. Und nichts ist schöner, als wenn jemand darüber lacht.

Vielen Dank für diesen amüsanten und aufschlussreichen Beitrag, liebe fernsehfreundin. 🙂

Alle Jahre wieder

Im Texttreff, dem besten Netzwerk der Welt, ist wieder das Blogwichteln ausgebrochen. Wie schon in den letzten beiden Jahren warfen alle ihre Blogs in die Lostrommel, die URLs wurden kräftig gemischt und heraus kamen wieder einmal wunderbare Paarungen. Jedes Blog wird von einer Textine bewichtelt, im Gegenzug bewichtelt jede Textine ein weiteres Blog mit einem Gastbeitrag.
Nachdem ich 2011 über das Tagebuchschreiben und 2012 über die Konzerte meines Lebens blogwichtelte, habe ich dieses Jahr das Vergnügen, einen Beitrag für Annette Lindstädts rumreiserei verfassen zu dürfen. Und das textschliff-Blog wird bewichtelt von der fernsehfreundin.
Wieder einmal bin ich sehr gespannt auf den Beitrag, der dieses Blog bis Ende Januar bereichern wird. 🙂