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Honorarverhandlung ohne Verhandlung

Honorarverhandlungen sind ja manchmal kein leichtes Thema, vor allem, wenn die Vorstellungen der Kunden abweichen vom tatsächlichen Aufwand der Dienstleistung. Doch nicht so heute: Ein Kollege hat mich weiterempfohlen, der Kunde benötigt den Feinschliff von Webtexten. Freundliches Telefonat, wir klären die Eckdaten und werden uns inhaltlich schnell einig. Bleibt nur noch die Honorarfrage.
„Nennen Sie mir Ihren Stundensatz“, sagt der Kunde, „und dann arbeiten Sie bitte so lange, bis der Text gut ist. Hiermit erteile ich Ihnen die Freigabe.“

Wunderbar, so mache ich das 🙂

Ein Jahr Vorfreude

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied im besten Netzwerk der Welt, dem Texttreff. Hier tauschen sich Frauen aus, die im Bereich Text arbeiten: Texterinnen, Autorinnen, Lektorinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen, PR-Beraterinnen etc. Jedes Jahr veranstaltet unser Netzwerk ein Workshopwochenende. Drei Tage Fachworkshops, Freizeitaktivitäten und vor allem Real-Life-Kontakte mit den Kolleginnen, mit denen man sonst nur übers Internet kommuniziert.

Netzwerk
Das diesjährige Workshopwochenende fand vor einem Monat statt und war wie immer abwechslungsreich, lehrreich und lustig. Wie schön, dass ich mich soeben zum Treffen im nächsten Jahr angemeldet habe. Fast ein Jahr Vorfreude auf Weiterbildung, Kontakte Vertiefen sowie Knüpfen, auf fachlichen und persönlichen Austausch. Denn in einer zunehmend virtuellen Welt ist es sehr erfrischend, sich ab und zu einfach mal gegenüberzusitzen.

Die Sache mit den Klebezetteln

Manchmal wachsen sich Kleinigkeiten zu wochenumfassenden Problemen aus. So zum Beispiel die Sache mit den schmalen Post-its.

Ich hatte einen ganzen Satz davon in der Schublade. Irgendwann entdeckte ich, dass sie perfekt in die Tagesbalken meines großen Wandkalenders passen. Da sich bei meinen Kunden oft Termine verschieben, habe ich es aufgegeben, Projekte direkt in den Kalender einzutragen. Stattdessen schreibe ich das Stichwort auf ein Post-it und klebe es auf den jeweiligen Termin. Sobald sich etwas ändert, klebe ich das Zettelchen einfach um.

Klebezettel
Jahrelang bappte ich eins nach dem anderen auf die Kalender, bis sie fast aufgebraucht waren und ich mir einen neuen Satz kaufen musste. Dummerweise merkte ich erst beim Gebrauch, dass die neuen breiter waren als die alten Zettelchen. Sie bedeckten immer einen guten Teil des vorherigen oder nachfolgenden Datums. Post-its auf zwei, drei oder gar vier aufeinanderfolgende Tage kleben? Sah nicht schön aus und war im Umklebefalle mit viel Fummelarbeit verbunden.
Wie gut, dass ich im Homeoffice arbeite, denn so konnte mich niemand dabei beobachten, wie ich mit der Schere die Zettelchen so zurechtschnippelte, dass sie genau ins Kästchen passten. Es war mir ja fast vor mir selbst peinlich …

Also klapperte ich sämtliche Schreibwarenläden der Umgebung ab, doch überall gab es nur die breite Variante. Nach mehreren Wochen kam ich auf die Idee, eins der letzten passenden Zettelchen mit dem Lineal auszumessen und im Internet danach zu suchen. Im Internet. Nach kleinen, schmalen Post-its … Wie tief kann man eigentlich sinken?

Beim Internetversandhaus No. 1 hatte ich Erfolg. Es gab sie! Und sie waren vorrätig. Bloß – die Versandkosten waren genauso hoch wie der Preis für ein Set. Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, über acht Euro für fünf Klebezettelblöckchen auszugeben. Schließlich bookmarkte ich die Seite, wartete wochenlang, bis ich etwas Größeres bestellen musste, und ließ mir die Post-its dann mitschicken.
Da lagen sie nun, die Zettelchen: die orange-, pink-, grün-, gelb- und lilagewordene Erfüllung meiner Büroträume. Endlich konnte ich mich wieder entspannen, konnte Termine aufschreiben und aufkleben, ohne mich lächerlich zu machen.

Zwei Tage später ging ich einkaufen. In dem Supermarkt, in dem ich seit Ewigkeiten einkaufe. In dem  das Regal mit den Büroartikeln immer ganz hinten gestanden hatte. Da, wo ich nie vorbeigegangen war.
Sie hatten umgeräumt. Die Büroartikel waren jetzt ganz vorne. Da, wo ich immer vorbeigehe. Und was hing da prominent auf Augenhöhe? In Orange, Pink, Grün, Gelb und Lila? Na?

Von gehenden Männern und zickigen Frauen

Es geschehen noch Freischaltungen und Wunder!

textschliff ist endlich wieder verbunden mit der Welt. Der T-Mann kam, schaltete frei und ging. Was blieb, war die brandneue Verbindung zur hübschen Frau mit A.

Und die zickte erst mal gehörig herum. Denn sie duldete keine Website neben ihrer eigenen. Klassischer Fall von Eifersucht.

Immerhin telefonieren war möglich, sodass man direkt mal in den Genuss ihrer Stimme kam. Tolle Warteschleife, kann man sich stundenlang anhören. Ist nur sehr redundant, die Dame.

Ihr Sekretär war dafür sehr kompetent, und nachdem man einen Abend miteinander geplaudert und Probleme gewälzt hatte, ließ A… einen endlich aus ihrer besitzergreifenden Umarmung.

Möge es eine dauerhaft funktionierende Beziehung werden zwischen textschliff und der hübschen Frau mit A.

Von hübschen Frauen und gemeinen Männern

Anfang Februar

Ganz spontan das Angebot für einen tollen Büroraum bekommen.

Ende Februar

Alles in trockenen Tüchern! Mietvertrag unterschrieben, zum 1. März wird umgezogen vom Homeoffice in eine Bürogemeinschaft.

Einen Telefonanschluss bei der hübschen Frau beantragt, die mit A beginnt.

Sehr schnell von der hübschen Frau den Freischalttermin bekommen: Am 9.3., zwischen 8h und 16h, soll der Mann kommen, dem der letzte Meter des Telefonkabels gehört und der mit T anfängt.

Anfang März

Schon merkwürdig, in einem Büro ohne Anschluss an die Welt zu sitzen. Wie sehr man sich doch daran gewöhnt hat, dass das Telefon klingelt, man bei jeder Gelegenheit zum Hörer greifen und vor allem Mails checken kann. Aber zwei Wochen hält man es ja auch mal ohne aus.

Tag X — schon um 7.45h sitzt man im Büro, bloß nicht den wichtigen T-Mann verpassen. Mittags wird die mitgebrachte Stulle gegessen, gegen Nachmittag wird man unruhig, dann kommt eine SMS von der Frau, die mit A anfängt. Man solle doch bitte schnell mal anrufen wegen des Technikertermins.

Der T-Mann habe behauptet, da gewesen zu sein, aber er hätte niemanden angetroffen.

Hä?!

A… berichtet, das sei normal, denn der Mann mit T ist wohl stinksauer, dass immer mehr Leute zu ihr wechseln. Da versucht er ihr halt Steine in den Weg zu legen und erscheint einfach nicht. Und die hübsche Frau muss den unfreundlichen Mann noch mal beauftragen. Der käme dann in einer Woche.

Grrrrmmmpffff!!!!

Mitte März

Morgen ist es so weit! Tag Y! Ob der Mann, dem der letzte Telefonmeter gehört, wirklich kommt?