Archiv der Kategorie: Bücher

Selbst gelesen oder selbst geschrieben

Schreib für mich! — Bald to go!

Da hat das Daumendrücken ja geholfen: Schreib für mich! eröffnet einen Laden!
Ab November können Literaturfreunde dem Geschichten-Service, für den ich immer wieder gerne Storys lektoriere, einen Besuch abstatten.

Genial sind die ExpressGeschichten: Geschichte aussuchen, einen Namen einsetzen lassen und sie nach ein paar Minuten schön gebunden in Händen halten.

So kann man bei einem Bummel am Kollwitzplatz gleich eine spannende Piratengeschichte oder eine Kriminalstory für einen lieben Menschen kaufen — in der er der Held ist.

PS: Eine Geschichte aus dem Express-Pool stammt sogar von mir. Und bis zur Eröffnung werden es bestimmt noch mehr!

Gianluca Falanga, „Italien in Berlin“ – Eine Lesung der besonderen Art

Klingt spannend: Ein italienischer Autor schreibt ein Buch über die Einflüsse Italiens auf Berlin im Laufe von fünf Jahrhunderten.

Im Italienischen Kulturinstitut soll er lesen, nur angemeldete Gäste werden empfangen, anschließend wird es noch einen kleinen Umtrunk geben. Man kann also von einem angenehmen Abend ausgehen.

Die Einführungsrede beginnt pünktlich, das Mikro ist zu leise geschaltet, man versteht die Frau kaum. Es geht zu wie im Taubenschlag, während der gesamten Lesung kommen Gäste herein, unterhalten sich, rücken Stühle.
Erst im Mittelteil kehrt etwas Ruhe ein, endlich kann man dem Autor zuhören, obwohl das Mikro so leise ist.

Gegen Ende eröffnet sein Lektor die Fragerunde. Schlagartig stehen Leute auf, verlassen den Raum, andere beginnen zu reden — wen interessiert eigentlich der Autor?
Während jemand eine weitere Frage stellt, klatscht ein anderer und leitet damit das vorzeitige Ende ein. Der Cheflektor gibt sich geschlagen, spricht abschließende Worte und entlässt das Publikum, das bereits dem Ausgang entgegenströmt.

Schnell wird klar, wohin die Leute so plötzlich wollten: An der Weinbar stehen sie geduldig Schlange …
Unglaublich, dass erwachsene Menschen, die sich extra für diesen Abend angemeldet haben, es nicht schaffen, anderthalb Stunden so geduldig auch zuzuhören.

Leider ging dadurch unter, dass Falanga ein faktenreiches Buch geschrieben hat, gespickt mit interessanten und amüsanten Anekdoten. Die Geschichte der Tänzerin Barberina zum Beispiel, die Friedrich der Große aus Italien rauben ließ, um sie in der Berliner Oper tanzen zu sehen.

Dem Autor wäre ein aufmerksameres Publikum zu wünschen gewesen. Hoffentlich findet er es bei den nächsten Lesungen. Dort sollte am besten kein Wein angeboten werden.