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Selbst gelesen oder selbst geschrieben

Blogwichtelbeitrag zum NaNoWriMo

Was für ein schönes Neujahrsgeschenk für mein Blog: Im Rahmen der Texttreff-Blogwichtel-Aktion hat mir Nina Bodenlosz einen Beitrag über den NaNoWriMo geschenkt.
Blogwichteln? NaNoWriMo?
Nun, im besten Netzwerk der Welt bewichtelt man sich zu Weihnachten mit Blogbeiträgen. Jede, die an der Aktion teilnimmt, wird einem Blog zugelost, für das sie etwas schreibt, und bekommt dafür von einer anderen Bloggerin einen Beitrag geschenkt. Da wir alle viel zu tun haben, wichteln wir bis in den Januar hinein.
Was es mit dem NaNoWriMo auf sich hat und was er für sie bedeutet, erzählt Nina Bodenlosz in ihrem Gastbeitrag:

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Warum ich den November liebe

Im November hat Schreiben die höchste Priorität. Im Alltag schiebt sich anderes in den Vordergrund, das dringlich, unaufschiebbar und notwendig scheint. Schreiben, vor allem das Schreiben an sich und für mich, fristet oft ein Nischendasein und findet spätnachts statt, wenn mir schon die Augen zufallen. Doch nicht im November. Dann nehme ich meine jährliche Schreibkur, nach der ich wieder weiß, wer ich bin und was mir wichtig ist.

Warum ausgerechnet im November? Weil dann Hundertausende auf der ganzen Welt mit mir schreiben. Im November ist „National Novel Writing Month“ – wer mitmacht, schreibt in dreißig Tagen einen Roman mit mindestens fünfzigtausend Wörtern.

Warum machen wir das? Weil wir einen Roman schreiben wollen. Es gibt keinen anderen Grund. Am Ende des Monats habe ich einen Entwurf geschrieben, eine Geschichte, die einen Anfang und ein Ende hat und vielleicht eines Tages nach vielen Stunden Überarbeitung mit Genuss gelesen werden kann. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und nicht jeder NaNoWriMo-Roman wird ihn gehen.

Ist die viele Arbeit im November dann nicht umsonst gewesen? Einen Roman zu schreiben ist niemals vergeblich. Mit jedem Wort gehe ich weiter auf meinem Weg als Autorin. Das Schreiben eines Romans ist eine komplexe Kunst, die viele Jahre der Übung erfordert und sich eben durch Schreiben weiterentwickelt.

Außerdem kann Schreiben zwar die Hölle sein, aber wer jemals im Flow, im Fluss, geschrieben hat, weiß, dass das eine einzigartige Erfahrung ist. Im Flow vergesse ich die Zeit, meine Zweifel und Unsicherheit, ich bin eins mit meinem Tun und mir gewiss, das Richtige und Wichtige zu tun. Im Flow schreibe ich nicht, um ein Ergebnis zu erzielen oder anerkannt zu werden; im Flow schreibe ich, um zu schreiben. Das ist für mich die Bedeutung von Kunst.

Könnte ich das nicht auch ohne Regeln haben? Natürlich könnte ich jeden Tag im Flow schreiben, aber ich kann es nicht. Zu oft haben meine Zweifel Oberhand. Besonders hindern mich meine Perfektionsansprüche; wenn ich nicht gut schreibe, sollte ich es sein lassen, sage ich mir. Doch was heißt „gut schreiben“? Woher weiß ich, was gut ist? Kann ich das während des Prozesses überhaupt erkennen? Im Labyrinth der Selbstkritik reibt sich mein Schreiben auf.

Mir wurde beigebracht, dass Schreiben ein mühevoller Prozess zu sein hat. Kunst muss harte Arbeit sein, man muss leiden, sich quälen, vielleicht zu viel trinken, eine Egomanin sein und früh sterben. Und eigentlich müsste ich ein Genie sein, dem perfekte Texte von einer höheren Instanz eingegeben werden. Sonst hat das alles keinen Wert.

Gegen solche Gedanken hilft der National Novel Writing Month. Das Schreiben eines Romans wird zum Spiel, Qualität ausgeklammert. Wort folgt auf Wort, bis am Ende des Monats ein Roman entstanden ist. Jeder kann es tun. Um fünfzigtausend Wörter in einem Monat zu schaffen, muss man regelmäßig und zügig schreiben. Überhöhte Ansprüche werden für einen Monat zurückgestellt.

Und was entsteht bei einem so „anspruchslosen“ Schreibprozess? Wunderbare Ideen, die ohne stures Weiterschreiben nie geboren worden wären. Ich muss Pläne über den Haufen werfen und die Kontrolle aufgeben. Das Ergebnis sind überraschende Wendungen und widerspenstige, komplexe Figuren. Bestimmt kein fertiger, perfekter Text, aber das Herz und die Seele eines Romans. Am Ende des Monats November habe ich dreißig Tage im Universum meiner Kreativität verbracht und bin erschöpft, aber glücklich. Es ist eine Expedition in ein fremdes, inneres Land, die mich verändert. In mir schlummern meine Novemberromane, so lebendig, als hätte ich weite Reisen gemacht und faszinierende Menschen kennengelernt. Das ist ein Schatz, der mich bereichert. Ich wachse mit jedem November als Autorin und als Mensch. Ich freue mich auf den November 2015 und lade alle ein, mit auf die Reise zu kommen!

blattkleinInformationen zum National Novel Writing Month gibt es unter: http://www.nanowrimo.org.

Nina Bodenlosz wohnt in Berlin-Neukölln. Sie schreibt Romane, Erzählungen und kurze Texte, die sie im Bodenlosz-Archiv in die Welt fliegen lässt.

So viele Lieblingsbücher

Die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ ist abgeschlossen, zwanzig Menschen interessierten sich für „Das Buch des Vaters“. Um es zu gewinnen, haben sie ihr momentanes Lieblingsbuch genannt, was einigen nicht leicht fiel. Es ist ja auch schwierig, sich festzulegen, wenn es so viele gute und unterschiedliche Bücher gibt. Das Spektrum der genannten Titel ist dementsprechend weit:

    • „Das alte Jahrhundert“, Peter Kurzeck
    • „Der Meister und Margarita“, Michail Bulgakow
    • „Zwei an einem Tag“, David Nicholls
    • „Vom Leben und Schreiben“, Stephen King
    • „Die Kunst des Feldspiels“, Chad Harbach
    • „Jeden Tag, jede Stunde“, Nataša Dragnić
    • „Open City“, Teju Cole
    • „Die Stadt der träumenden Bücher“, Walter Moers
    • „Rückkehr nach Somerton Court“, Leila Rasheed
    • „Games Of Thrones“-Reihe, George R. R. Martin
    • Gerade bin ich ganz in „Educating Rita“ vertieft, aber meine liebsten Bücher sind von Diana Gabaldon
    • „Arbeit und Struktur“, Wolfgang Herrndorf
    • „Sehnsucht nach Mill River“, Darcie Chan
    • „Tintenherz“, Cornelia Funke
    • „1Q84“, Haruki Murakami
    • „In meinem Himmel“, Alice Sebold
    • „Das große Los“, Meike Winnemuth
    • „Der Name des Windes“, Patrick Rothfuss

Einige Titel habe ich bereits gelesen, aber viele der Lieblingsbücher kenne ich noch nicht. Eine schöne Gelegenheit, das nachzuholen.

Vor lauter Freude über die vielen Buchtipps soll aber die Verlosung nicht vergessen werden. Wer bis gestern kommentiert hat, durfte teilnehmen. Damit es fair und anonym zugeht, habe ich nicht die Namen auf die Loszettel geschrieben, sondern die Uhrzeiten, an denen die jeweiligen Kommentare gepostet wurden: 20:44 Uhr hat das Rennen gemacht.
Freuen darf sich Steffen von Kunst Blog Buch – herzlichen Glückwunsch. „Das Buch des Vaters“ geht bald auf die Reise.

Blogger schenken Lesefreude – Das Buch des Vaters

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Dieses Jahr nehme ich wieder an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil. (Diesmal pünktlich) zum Welttag des Buches verlose ich „Das Buch des Vaters“ von Urs Widmer:
„Er liebt alles, was lebt: Freunde, Frauen, Feste. Am meisten aber die Bücher. Das Buch des Vaters ist die Aufzeichnung eines leidenschaftlichen Lebens, von der Liebe zur Literatur bestimmt (…)“

Wer den Roman des kürzlich verstorbenen Schweizer Autoren gewinnen möchte, braucht nur bis zum 4. Mai einen Kommentar zu schreiben und folgende Frage zu beantworten: Welches Buch lieben Sie momentan am meisten?
Unter allen Kommentaren werde ich dann die Gewinnerin oder den Gewinner auslosen. Ich wünsche allen viel Erfolg und immer wieder Lesefreude!

Urs Widmer schenkt Lesefreude

Vorgestern ist Urs Widmer gestorben, einer der großen deutschsprachigen Autoren. Zum ersten Mal in Berührung gekommen bin ich mit ihm während meines Germanistikstudiums, wir lasen „Der blaue Siphon“, eine märchenhafte Erzählung, in der der Erzähler in seine Vergangenheit reist.
Einige Jahre später habe ich Herrn Widmer dann sogar persönlich kennengelernt – während meiner Zeit im Lektorat des Diogenes Verlags. Ein reizender, höflicher und gänzlich uneitler Mensch, mit dem es angenehm war zu kommunizieren.
Sein Tod macht mich traurig, doch ist es Zufall, dass ich mich vor Wochen bei der Anmeldung zur diesjährigen Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ für eines seiner Bücher entschieden habe?
Am 23. April ist wieder Welttag des Buches, und im Rahmen der Blogger-Aktion verlose ich seinen Roman „Das Buch des Vaters“. Wie schön, dass dadurch vielleicht jemand die Gelegenheit erhält, sein Werk kennenzulernen.
Hiermit lade ich euch alle herzlich ein, ab dem 23. April im textschliff-Blog vorbeizuschauen und zu kommentieren.

Wer wissen möchte, welche Blogs teilnehmen und welche Bücher es zu gewinnen gibt, klicke hier. (Mein Eintrag ist die Nr. 143.)

Als Poosie mir Europa zeigte

Jetzt steht er online, mein Gastbeitrag im Rahmen der Blogwichtelaktion des Texttreffs: „Als Poosie mir Europa zeigte“. Es geht um ein Kinderbuch aus den 1950er-Jahren, in dem eine kleine Amerikanerin Europas Sprachen, Länder, Währungen und Fortbewegungsmittel entdeckt und das die Lust aufs Reisen in mir weckte.
Bitte hier entlang in Annette Lindstädts rumreiserei.

Ein Buchstöckchen

Letztens habe ich mein erstes Stöckchen bekommen. Ein Stöckchen ist ein Fragebogen, den sich ein Blogger oder eine Bloggerin ausdenkt, beantwortet und dann anderen Bloggern virtuell zuwirft*. Meins stammt ursprünglich von Wibke Ladwig, zugeworfen hat es mir Alice Scheerer vom SlowLifeLab. Wie schön, dass sich der Fragebogen ausgerechnet um Bücher dreht:

Welches Buch liest Du momentan?

In diesem Moment lese ich gerade kein Buch, weil ich das letzte vor ein paar Tagen ausgelesen habe und noch keine Zeit hatte, das nächste vom Stapel zu nehmen. Ausgelesen habe ich Adam Johnsons „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“. Ich bin zufällig in der Bibliothek darauf gestoßen, hatte tatsächlich noch nichts darüber gehört oder gelesen.

Warum liest Du das Buch? Was magst Du daran?

Im ersten Moment ist es eine gute Geschichte. Bald aber geht es ans Eingemachte: Die Geschichte spielt in Nordkorea, das laut Wikipedia zu den Ländern gehört, in denen die Menschenrechte am wenigsten geachtet werden. Es ist harter Tobak, was man da lesen muss, aber immer eingebettet in diesen spannenden Plot, verbunden mit der Figur Jun Do. Der laut Titel eine Waise ist. Ob er das aber wirklich ist, bleibt in der Geschichte offen.

Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, ob mir als Kind vorgelesen wurde. Wahrscheinlich schon, denn wir hatten viele Kinderbücher. Jedenfalls konnte ich es nicht erwarten, selbst lesen zu lernen. Als das passiert war, gab es kein Halten mehr. Mit sieben hat mich meine Mutter in der Bücherei angemeldet, und das erste Buch, das ich mir dort ausgeliehen habe, war das Sams von Paul Maar.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den Du mal regelrecht verliebt warst?

Bestimmt in mehrere, aber mir will einfach keiner einfallen. Unerfüllte Lieben lasse ich meist recht schnell los. 😉

In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?

Als Mädchen hätte ich gern in den Hanni-und-Nanni-Büchern gelebt. Da alle meine Freundinnen davon geträumt haben, wäre das bestimmt eine super Truppe bei den Mitternachtspartys gewesen.
Während meiner Studienzeit hätte ich nichts gegen ein Plätzchen in John Irvings „Garp“ gehabt. So viele schräge, liebevolle, wunderbare Menschen …
Das Buch, in dem ich momentan gern leben würde, muss ich noch lesen. Ich sage Bescheid, wenn ich es gefunden habe.

Welche drei Bücher würdest Du nicht mehr hergeben wollen?

Noch vor ein paar Jahren hätte ich empört ausgerufen: „Kein einziges!“
Meine Bücher waren meine Babys und wurden von Wohnung zu Wohnung in immer mehr und immer schwereren Kisten mitgeschleppt. Irgendwann waren es so viele, dass ich ausmisten musste. Das hat mich anfangs große Überwindung gekostet, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, Bücher wegzugeben (nur wegwerfen kommt in den seltensten Fällen infrage). Wirklich nie hergeben werde ich allerdings die Kladden, in die ich selbst als Kind und Jugendliche mit der Hand meine Romane geschrieben habe, und meine Tagebücher.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch?

Das kommt davon, wenn man sich all die Sätze, bei denen man versonnen aus der Lektüre aufschaut, nicht notiert …

Und nun werfe ich das Stöckchen weiter an Ina Baumbach.

* So ein Stöckchen darf aber jeder aufheben. Wer sich also berufen fühlt …

Auf dem Weg zum Verlagsvertrag. Hürde Nr. 2 – der Agenturvertrag

Mit seinem Buch bei einer Literaturagentur zu landen ist beinahe so schwer, wie einen Verlag zu finden, heißt es. Na, Gott sei Dank, dass ich diese Hürde nun auch genommen habe: Seit Kurzem habe ich eine Agentin. Jetzt kann ich erst mal Pause machen, denn sie springt ein Stück für mich weiter. Sehr entspannend …

Aktion: Blogger schenken Lesefreude

blogger_logo

 

 

 

 

 

Der Welttag des Buches – war vorgestern. Aber für mich ist eigentlich jeden Tag Büchertag, deshalb mache ich auch zwei Tage später noch bei dieser tollen Aktion mit und verlose hier im Blog ein Buch.

Beim Blick über mein Bücherregal war schnell klar, welches es werden würde: „Das Glück geht aus“ von Sonja Heiss.
Ich bin keine großartige Kurzgeschichtenleserin, aber diesen Band habe ich in einem Rutsch gelesen. Tolle Storys, die sich unauffällig anschleichen und dann nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Hätte ich nur ein Exemplar, würde ich es wohl nicht hergeben. Doch ich habe das Buch zum letzten Geburtstag doppelt bekommen, sodass eine funkelnagelneue Ausgabe auf die Gewinnerin oder den Gewinner wartet. Wer bis zum 30. April hier kommentiert, nimmt an der Verlosung teil. Ich freu mich drauf. 🙂

 

Auf dem Weg zum Verlagsvertrag. Hürde Nr. 1 – Interesse wecken

Wenn man nach Monaten des Schreibens seinen Roman endlich fertig hat, ist das eigentlich erst der Anfang. Denn bis zum Verlagsvertrag muss Autorin so manche Hürde überwinden. Die erste: eine Agentur für die Geschichte interessieren.

Vor drei Tagen habe ich das Exposé meines Kinder-/Jugendromans an mehrere Agenturen geschickt. Heute kam die erste Anfrage nach dem gesamten Manuskript.  Hürde Nr. 1 – übersprungen 🙂

Der Stein der Weisen

Na ja, den Stein der Weisen hat er vielleicht nicht gefunden, aber er ist schon recht nah dran, finde ich. Sol Stein, Autor des Sachbuches „Über das Schreiben“.

Wenn die Handlung vor sich hindümpelt, die Figuren zu blass oder die Gefühle nur behauptet sind, zeigt Stein, wie man Tempo reinbringt und „die Geschichte zeigt“.

Das ist immer wieder lehrreich — für’s Schreiben und für’s Lektorieren.